PandeNIE ZU ENDE?

Lady Corona herrscht. Sie hat nicht vor abzudanken. Die Krone sitzt noch fest und glänzt.

Sie wird auch regelmässig poliert ...

 

Corona war einmal. Irgendwann werden wir diese Worte aussprechen. Aber wohl noch nicht so bald.

Corona ist. Corona bleibt.

 

Seit Ewigkeiten kämpft der Mensch gegen Diskriminierung und Ausgrenzung. Ganze Gruppen und Randgruppen müssen sich immer wieder gegen Mobbing und Ungerechtigkeit auflehnen. Der Aufruf für oder gegen etwas ist oftmals aber nur ein Hype und ein Statement, der von Stars und Medien zelebriert wird. In Statusmeldungen wird ebenfalls regelmässig eine digitale Flagge gegen oder für etwas gehisst. Nun erleben wir aber eine Ausgrenzung, die vom Staat selbst orchestriert und gepusht wird. Wenn es wirklich um die Gesundheit der Menschen ginge, würde man mit Massnahmen und Gesetzesgrundlagen nicht seit Monaten Druck auf das Volk ausüben. Druck, dem die Meisten nicht gewachsen sind.

 

Die Pandemie hat die Menschen verändert. In allen Generationen. In allen Schichten. In allen Berufen. Alle sind betroffen. Auf irgendeine Art. Viele sind am Virus erkrankt, aber alle Menschen wurden infiziert. Geistige Infektion. Leichte, mittelschwere bis schwere Symptome. Erschreckende Veränderungen. Temporär oder nachhaltig?

 

Die Massnahmen des Bundes und den Staaten auf der ganzen Welt, haben vieles offenbart. Sie tun es immer noch. Missstände, die sich in allen Bereichen unserer Gesellschaft eingenistet haben, werden sichtbar. Die Pandemie hat die bereits offene Schere der sozialen Schichten überstrapaziert. Das Virus zerstört mehr Existenzen als es Leben nimmt ... es überfordert die Menschen. Im Kleinen wie im Grossen. Physisch und psychisch. Corona hat Mitgefühl gestärkt und erschaffen – Gleichgültigkeit und Lethargie hat sie aber perfektioniert. Egoismus wächst und wächst, versteckt sich aber noch besser als vorher – hinter den Massnahmen und Einschränkungen. 

 

Die Pandemie mit der Impfung zu bekämpfen, im besten Fall sie zu beenden, wird als einzige Lösung angepriesen. Die Impfpropaganda wird so subtil-aggressiv vermarktet, dass es trotz Freiwilligkeit als unsolidarisch gilt, sich nicht piksen zu lassen. Empfohlener Zwang. Erzwungene Empfehlung. Was ist richtig? Was ist falsch? Die Landesregierung hat es mit der Corona-Politik geschafft, das Volk zu spalten ... Nein. Das stimmt so nicht. Das Volk hat sich spalten lassen. 

 

Für viele missmutige Bürger waren die Massnahmen und Einschränkungen eine willkommene Einladung, ihr Bünzli-Biedertum nun stattlich anerkannt ausleben zu können. Wieviele dieser Gutbürger sind Wutbürger? Wieviele haben sich für das ersehnte Ende der Pandemie wirklich aus Solidarität impfen lassen? Wieviele davon taten es nur aus Eigennutzen? Oder aus Gewohnheit? Weil man es einfach macht. Weil es sich gehört. Weil man es leid ist, selber entscheiden zu müssen? Hat man es je gekonnt?

 

In den Medien wird berichtet, dass wir «schlimmer dran sind, als vor einem Jahr». Erst mit der Schliessung von Impflücken würden wir die Pandemie überwinden. Von zusätzlichen hundertausenden Toten in Deutschland, warnt aktuell der Top-Virologe Christian Drosten. Während in der Schweiz in der Impfwoche mit Stars und Attraktionen fürs Impfen geworben wird, droht man mit Tod und Lockdown in Deutschland. Ist das auch bei uns in ein paar Wochen die Konsequenz, wenn sich zuwenig Schweizer mit Popmusik, Tombola und Raclette zur Impfung haben zwingen ... eh überzeugen lassen? Zuckerbrot und Peitsche – die Reihenfolge ist mittlerweile egal.

 

Gesellschaftliche Beweglichkeit gilt als beliebtestes Impfargument. Endlich wieder Ferien im Ausland, Restaurant- und Konzertbesuche, Ausgang und Dieses und Jenes. Endlich wieder frei. Ohne Impfung leistet man sich regelmässige Tests, die neben den anderen Ausgaben für viele besser, für andere weniger ins Budget passen. Von Geimpften hört man fast ausschliesslich nur Sätze wie: «Ich habe mich nur impfen lassen, weil ich endlich wieder ...» oder «Ich will, dass es wieder wie früher ...» oder «Wenn du willst, dass es vorbei ist, lass dich impfen ...» Zugegebenerweise muten die Ungeimpften den Wissenschaftlern manchmal zuviel zu. Ob der Impfstoff wirklich so viel Schaden anrichtet, wie aus einigen Quellen behauptet wird ...?

 

Seit zwei Jahren werden wir täglich über neue Forderungen, Androhungen und Massnahmen informiert. Auf allen Kanälen. Nebst den eigenen Bürden, die jeder Mensch für sich selbst zu tragen hat, ist da noch dieses globale Geschehniss, dass so viel Leben, Farbe und Freude auffrisst. Verständlich, dass alle genug davon haben und sich Normalität wünschen. Aber kein Zwang und keine Forderung sollte Freiheit versprechen. Freiheit war ein natürlicher Zustand unserer Spezies, lange bevor wir uns selbst die gesellschaftliche Struktur wie eine zweite, unnatürliche Haut übergestreift haben.

 

Ja, Corona, die gekrönte Bestie, hat ihre Zähne überall reingehauen.

An einigen Stellen hat sie nur kleine Bissspuren hinterlassen, sich hier und dort einen stattlichen Bissen gegönnt, aber leider hat sie auch ganze Dinge gefressen und verschluckt. Manches wurde wieder ausgespuckt oder verdaut. Vergessen. Dinge wie Freundschaften, Beziehungen, Vertrauen ... und Menschlichkeit. Selbst in Familien herscht Zwietracht und Uneinigkeit. Gut, daran ist nicht das Virus Schuld. Blutkrieg kennen wir schon seit Kain und Abel. Corona hat nur offengelegt, was schon vorher da war ... oder eben nicht.

 

Geimpft. Ungeimpft. Das kann uns nicht trennen. Das darf uns nicht trennen. Wir sind Menschen. So oder so. Es ist das Gesetz, die Massnahmen, das Zertifikat, das uns trennt. Eine Umarmung ist trotz Abstand möglich ... Anstand auch. Für ein Lächeln kann man nur an der Maske zupfen oder sie ablegen. Güte ist ebenfalls sehr ansteckend.

 

Wir haben die Kraft etwas zu verändern. Nicht durch Zusage oder Verweigerung. Miteinander statt gegeneinander. Viren hat es schon immer gegeeben und wird es immer geben. Der Mensch ist ein Überlebenskünstler, sonst wären wir schon lange nicht mehr da. Aber wir können warten, bis der Bundesrat, der Präsident oder irgendwer sagt, dass die Pandemie zu Ende ist ... wir können aber auch nach vorne blicken und sie selbst beenden.

 

Jederzeit. Jetzt. Mit Menschlichkeit. Herzlichkeit und Liebe.

 

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Kommentare: 8
  • #1

    Neissen (Donnerstag, 11 November 2021 23:11)

    Es kann - und darf uns nicht trennen.
    Nice!

  • #2

    Simone Keller (Donnerstag, 11 November 2021 23:59)

    Ein sehr schöner,realer Text, unvoreingenommen und ehrlich! Danke für Deine Worte,die mir aus dem Herzen sprechen��

  • #3

    Brigitte (Freitag, 12 November 2021 06:56)

    Besser chames nid beschribe. Du bringsches ohni Polemik ufe Punkt.

  • #4

    Jwan Reber (Samstag, 13 November 2021 07:12)

    Danke vielmal euch allen.

  • #5

    Uschi (Samstag, 13 November 2021 13:26)

    Super und ehrlich geschrieben so wie es ist danke wir schaffen das und sind stark liebe Grüsse ������

  • #6

    Daniela (Samstag, 13 November 2021 13:33)

    Jwan, Merci viu mau für da Text. Genau so füählä ig o !!!

  • #7

    Tinel (Sonntag, 14 November 2021 11:05)

    wow.....ufä Punkt....merci Iwan

  • #8

    Jwan Reber (Montag, 15 November 2021 08:06)

    Herzlichen Dank. Es freut mich sehr, dass der Text so viele Menschen bewegt.