Wart druf bis d’Stärne richtig stöh. Timing isch Glückssach. Oder: Mach!

Ds erschte Müntschi. Dr erscht Kuss. Wenn isch das gsi? Wenn macht mä das? Da het jede Mensch ä anderi Erfahrig une Gschicht derzue. Ds erschte Mal? Die einte heis vilech z’früeh u anderi spät erläbt ... äs z’spät gits für das ja nid? Gits da überhoupt ä Norm? Sowit ig weiss, nid. Eher dr moralisch Kompass oder dr Gloube, wo die Entscheide stüüret ... we natürlech nid vorher, die i dr Pupertät völlig abdräite Hormonschüeb d’Kontrolle übernäh. U ner bruchts für alles ou dr richtig Moment ...

 

Wie erkennt mä de dä, dä Moment? Meischtens ersch im Nachhinein. Entwäder mä het nä gnutzt u gseh cho oder haderet dermit, will mä nä verpasst het. Das bezieht sech nid nume uf d’Steigerig vom Müntschi bis zum Liebesspiel ... das betrifft alles im Läbe. Jede Moment isch ä Möglechkeit, entwäder z’handle oder innezhalte. Mengisch cha nüd mache, meh bewürke, als we mä i d’Situation ygriift. Die richtigi Balance i dere Unendlechkeit vo Ereignis z’finde, isch eini vo dä grosse Heruusforderige i üsem Läbe. Aber nume will mä öpis vilech vergäh het, heisst das no lang nid, dass das würklech so isch ... äs passiere immer wieder nöii Momente. Immer wieder ä witeri Chance. Tatsächlech im Minutetakt ... oder no flissiger.

 

«Every passing minute is another chance to turn it all around», erchennt dr David Aames währendeme Schlüsselmoment im Film Vanilla Sky: «Jedi Minute wo vergeit, isch ä witeri Glägeheit, alls umzchere».

 

Mit dr Zit geit nid jede Mensch glich um. Das liegt sicher dranne, das mir üsi Endlechkeit nid immer vor Ouge hei. Bim Handy gsehmer dr Batteriestatus, uf dr Uhr, dr Zeiger wo Rundi um Rundi dreit. D’Jahreszite füehre üs dr Zyklus vom Zerfall u dr Bluescht regelmässig vor. Solang mir aber üsi Läbenszit nid wie im Film «in Time», ahand vomene digitale Implantat im Unterarm, gseh abloufe, gömer im Verhältnis tendenziell verschwenderisch dermit um. Äs git üsem Dasy sicher ou ä gwüssi Glasseheit, dasmer dr Hand vom Gvatter Tod, wo uf üsere Schultere rueht, nid immer bewusst sy ... ou we das eifach ä unvermidlechi Tatsach isch.

 

Macht mä vomene spezielle Naturereignis oder amene fiine Lächle vor Liebschte äs Foto, de gseht mä dä Moment für immer nume dürnes Display ... we mä druf verzichtet, dä Ougeblick digital feschtzhalte, het mä derfür ä Erinnerig. Geit beides glichzitig? Sicher. Aber de isch beides irgendwie nume lauwarm. Ds Läbe isch vollgspickt mit Entscheide. Natürlech sy da die grosse, gwichtige, läbensverändernde ... u ner no die chline, liechte, alltägleche. Nid bi allem het mä ä zweiti Chance. Nid alles lat sech la wiederhole. So simer ou gforderet, Friede z’schliesse mit Entscheide, wo vilech weniger glunge sy gsi.

 

Im Friede sy mit sich u sire Umwält, isch nid immer eifach. Näbscht dr Sälbschtreflexion wird mä no zuesätzlech vom Umfäld bewärtet ... mengisch mitts iz Gsicht, aber meischtens hindedüre. Mä würd sech aber sälber viel z’wichtig nä, we eim das z’fescht stresst – die meischte Lüt sy nämlech so mit sich sälber beschäftiget, dass die Zit wo sie anderne widme, verschwindend chli isch. Experte gö dervo us, dass jede Mensch im Durchschnitt mindeschtens 50’000 Gedanke pro Tag denkt. Uff! Sälbscht denn, we öpper zum Bispiel bire Begägnig 10 Mal über üs nachedenkt, macht das aber nume 0,02 % vo sine tägliche Gedanke us. Pfft. Dämentsprächend mues mä versueche bi sich azcho u die üssere Yflüss entsprächend z’verwärte, z’filtere ... u loszlah.

 

Wenn isch dr richtig Moment für all die Möglechkeite, wo üses irdische Läbe bietet? Wenn macht mä all die ufgschobene Sache, wo mä scho lang gärn würdi mache? U wenn macht mä die wo eim aschisse? Dä Rhythmus mues jede für sich sälber finde. U ner gits da no die legendäri «Bucket List»! D’Bucket List isch ä persönlechi Wunschlischte mit Erläbnis u Sache, wo mä im Louf vom Läbe – bevor mä dr Löffel abgit – no wetti verwürkleche. Das cha vo Polarliechter gseh, über d’Lieblingsband live erläbe, ä Fallschirmsprung wage, ä nöii Sprach lehre, Machu Picchu erkunde, die chinesische Muur begah ... das cha würklech x öpis sy. Das müesse ou nid zwingend «grossi» Sache sy – äs kulinarisches Experiment, cha ou derzue ghöre. Wie lang isches bi mir gange, bis ig z’erscht mal Sushi oder Hummer ha gha.

 

Äs git Sache wo mä mues abwäge, anderi passiere ohni das mä sie cha voruusgseh. Mä cha ou «spontan wiene Fahrplan» sy u alles z’ersch düredenke. Aber mä cha ou eifach mal druf los: «ready or not, here I come!» Vieli Sache treit mä ds Läbe lang mit sech ume. Unerfüllt. Vergrabe. Under all däm wo mä «mues» u «sött». Jede treit öpis mit sech, wo vilech nie wird sy. Grossi Ideene, Wünsch u vilech öpis Chlises, wo für anderi doof isch, aber für eim sälber ds Gröschte.

 

«The wealthiest place on the planet is the graveyard, because in the graveyard we will find inventions that we were never ever exposed to, ideas, dreams that never became a reality, hopes and aspirations that were never acted upon.» «Dr riichscht Ort uf dr Wält isch dr Friedhof, will dert findemer Erfindige wo mir nie hei ds Gsicht übercho, Ideene u Tröim wo nie Würklechkeit sy worde, sowie Hoffnige u Sehnsücht, wo nie i Tat sy umgesetzt worde.» Les Brown

 

Wär seit, was wichtig isch? Wär seit, wenn das für öpis dr richtig Zitpunkt isch? Imene TV-Bitrag het gad ersch ä robuschti Hundertjährigi als eine vo dä Gründ für ihres höche Alter sinngemäss agäh: mä mues ou sälber zu sich luege ... eifach ä Läbenssinn für sich sälber entwickle ... mä cha nid läbe wie öpper anders. I däm Läbe, mit all däne Momente u Ereignis, isches chli wie ufere Tanzflächi ... mengisch chunt ä Song wo groovet ... mengisch eine wo eim närvt ... mengisch cha mä bim DJ öpis ga wünsche ... mengisch isch mä im Takt u ner wieder völlig drnäbe ... mä dreit u windet sech grazil wie bim Ballet, um handcherum wild u gstabelig umezturne wie bimene Usdruckstanz ... mengisch steit mä eifach nume da, wippet chum merklech mitem Chopf u luegt dä andere zue ... u mengisch cha mäs Backe a Backe bimene Slowdance gniesse u eifach d’Ouge zue tue ...

 

...

 

Äs git Momente für die müesse tatsächlech d’Stärne richtig stah ... die passiere wie usem nüt. Für vieles cha mä warte bis d’Stärne richtig stöh ... u de versuuret mä uf dr Wartebank. Timing isch Glückssach. I all däm Lärm, wo uf dr Wält gad herrscht, ghört mäs fasch nümme, we ds Härz zue eim chüschelet ... därum mues mäs mengisch lut zue sech sälber säge: «Mach!»

Kommentar schreiben

Kommentare: 0