I dr Regel müesse mir ä gwüssi Riifi erreiche, um chöne zʼbegriffe, das üses Läbe zu grosse Teile us Loslah besteit. Afah tuet dä Prozess aber scho bi üsere Geburt. Jede Mensch erläbt ds Loslah zwar i verschiedene Forme u zu anderne Zite im Läbe, aber scho nume i dr Entwicklig vom Baby bis zum Erwachsene, lömer all die Momente u Ereignis los, wo die verschiedene Läbensphase uszeichne. Mir lö ä Teil vo dr chindleche Unbeschwertheit la ga ... mir zieh vo Daheime us ... lö dr Ort zrügg womer ufgwachse sy ... mir wächsle dr Job ... mir lö Fründe la zieh ... u Lüt wo mir liebe ... während üsere Läbensspanne, trenne mir üs vo Mensche u Sache. Lang nid. Geng wieder. Mengisch bewusst u mengisch nid. Mengisch simer dʼMacher u mengisch wird mä «gmacht». Mengisch füehre mir dʼRegie u mengisch simer nume Komparse im eigete Film.
Wie, was u wär mir, wenn müesse loslah, isch für jede Mensch anders. I dr Retrospektive heimer amene Punkt vom Läbe aber aller glichi u ähnlechi Erfahrige gmacht. I däm das mä öpis loslaht, lat mä öpis anders zue.
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Mä steit amene Abgrund u mues ä riise Lascht amene Seili häbe ... dʼHänd wärde langsam füecht ... mä versuecht mit aller Chraft, die Lascht ueche zʼzieh ... oder zmindscht a dr Stell zʼbhalte ... ds Seili rutscht aber ging chli meh ... Millimeter für Millimeter ... dʼHänd wärde gschliiferig ... isches Schweiss oder Bluet? ... oder beides? ... irgendwenn mag mä nümm ... we mä sech nid sälber wott i Abgrund la zieh, mues mä die Lascht loslah. Mä gseht no wie ds Seili im Näbel verschwindet, so wiene Schlange wo dür ds Dickicht abhuschet. Erliechterig. Befreit vo däre Lascht louft mä witer. Wäg vo däm alles verschlingende Abgrund.
Mä hanget amene Abgrund u het sech so fescht amene Seili, dass dʼChnöchel scho wyss verfärbt sy ... mä cha sech niene rächt mit dä Bei abstütze ... dʼHänd wärde langsam füecht ... mä versuecht sech mit aller Chraft ueche zʼzieh ... mä rutscht aber ging chli meh ... Millimeter für Millimeter ... dʼHänd wärde gschliiferig ... isches Schweiss oder Bluet? ... oder beides? ... irgendwenn mag mä nümm ... we mä sech nid us eigeter Chraft cha ueche zieh, mues mä loslah ... dr Sturz iz Ungwüsse ... u plötzlech schlat mä uf u steit uf dä Bei. Äs isch gar nid so höch gsi wie mä het gmeint. Befreit dervo im Lääre zʼhange, louft mä witer. Wäg vo däre unüberwindbare Muur.
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Loslah isch nid immer so ynähmend u bewegend wie dä Beschrieb mitem Seili. Im Alltag sis chlini, vilech sogar triviali Sache wo mä lat la ga. Vielmals macht mäs mitere Liechtigkeit wo eim dʼHandlig gar nid bewusst lat la wahrnäh. Mengisch cha mä sech ringer vomene dicke Buech mitere epische Gschicht trenne, als vomene verwurggete Post-It-Zetteli wo nume äs Wort druff steit. U mengisch isches äbe umgekehrt. Alles brucht sini Zit. Alles brucht sy Moment. Alles brucht dʼBereitschaft derfür u ds Handle.
U bi all däne, ds Läbe prägende Entscheide, wo mä für sich trifft ... bi all däne materielle Sache wo mä lat la ga ... immer passiert öpis mit eim oder i eim. Bewusst oder unbewusst. DʼEssenz vom Loslah isch, dases befreit. We nid im Moment, de sicher irgendwenn speter. Bi Mensche wo sech gliebt hei, sött dʼBeziehig nid mit Vorwürf u Zerwürfnis ende, sondern i däm das mä sech cha vergäh. Im Bewusstsy, das eim dʼLiebi het verbunde. Aber die sentimental-wehmüetige Liebeslieder entstöh äbe nid unbedingt wäge dä Happy Ends. Dr Roger Willemsen het nämlech gmeint: «Liebeskummer ist ein stärkeres Gefühl als die Liebe selbst.»
Zit heilt, seit mä. Das stimmt. Aber nume we mä häreluegt u d’Heilig zuelaht. Äs brucht Geduld ... öpis wo mir Mensche i däre schnällläbige Zit chum meh ufbringe. Äs isch ä Wäg wo mä nid allei mues ga, aber jedes für sich, het sy eiget Rhythmus. Füre Zitpunkt, wenn das öpper loslaht gits ke Norm ... aber wes isch passiert, gseht mäs dä Mensche a ... im Guete wie im Schlächte.
Aber i all däne verschiedene Forme wo ds Loslah cha annäh, isch die, wo am Meischte mit üs macht, dr Tod. DʼEndlechkeit vo üsem Läbe löst bi üs Mensche, Furcht wie Faszination gliichermasse us. DʼUnsicherheit u dʼÜberzügig, öbs u dases nach üsem Läbe witergeit, sy so gägesätzlech wie fescht verflochte inenand. Hoffnig u Verzwiflig wo sech mit Gwüssheit u Zwifel vermische, wärde zumene Gfüehl, wo einersits cha tröschte u anderersits ufwüehle.
Ä liebe Mensch la zʼga isch ä schweri Ufgab. DʼUmstend wo zum Tod füehre sy nid bi allne glich ... ou dr Zitpunkt nid. So überchunt ds Loslah für jede Abschied ä anderi Bedütig. Nacheme riichhaltige, lenge Läbe dörfe zʼga, isch i üser Wahrnähmig dʼIdealvorstellig. Drnah Mensche überchöme imene riife Alter sogar dʼLäbesmüedi u «freue» sech druf, chöne witer zʼzieh. Anderi Mensche wärde dürne Tragödie zmitts usem Läbe grisse. Uf einisch fählt ä Mueter, ä Vater ... öpper wo viel zʼfrüeh het müesse ga ...
Bi alte Mensche, wo a dä Folge vonere Chrankheit oder Alterschwächi stärbe, rede mir vo Erlösig ... bi junge Mensche wo dürne Unfall oder Chrankheit stärbe, simer ratlos u hinderfrage vieles. Wo blibt Grächtigkeit? Die Liebschte blibe zrügg u müesse mit däre Endgültigkeit witerläbe. Ds «Werum?» wird zumene alles erdrückende Gwicht, wo sech über alles usbreitet u alles um eim ume, u i eim inne, schwerer macht. Wo finde mir Troscht mitem Verluscht vomene liebe Mensch chöne umzgah? Mit Ablenkig u im Duur-beriesele vo dä Sinne? Zuedröhne? Im Gloube? ... ?
Das mues jede Mensch für sich sälber usefinde.
Tröschte tuet dʼGwüssheit, dass die Verstorbene i üsne Härze witerläbe. Unes riichhaltigs Läbe cha mä nid a dr Zitspanni mässe, woʼs duuret het ... imene churze Läbe chöne meh Erläbnis stecke, als imene lenge. Für die Hinderblibene brucht das aber Zit u Verständnis. Mit dr Zit wo vergeit, wärde de irgendwenn us truurige Gedanke, schöni Erinnerige u die gmeinsame Gschichte wärde äs unvergässlechs Kapitel im Läbensbuech. Ds Vermisse wird blibe ... aber irgendwenn schöpft mä sogar Chraft us däm Gfüehl. Uf ds Werum u all die Frage wo ä Tod hinterlaht, wirds vilech ou nachere lengere Zit ke passendi Antwort gä, wo sech i Wort lat la formuliere ... aber i däm, das mir für die Verstorbene witerläbt u ihre Liebi weitertreit, setze mir ihne äs unstärbliches Denkmal.
Vom Chline zum Grosse – Loslah isch ä Prozäss wo üs bewegt ... bewusst u unterbewusst. Befreiend u schmärzhaft. Ying und Yang. Bittersüess. U so entsteit mitem Loslah u glichzitige im Härze bewahre, äs Perpetuum mobile (latinisch: «sich ewig Bewegendes»). Us däre us Liebi gschöpfte Energie vo Loslah u Anerchenne, entsteit u blibt öpis wo mir Mensche nümme immer gseh oder gspüre ... öpis wo ufere andere Äbeni passiert ... öpis wo über üser Läbe use geit ... öpis wo Bestand het u ewig isch ... öpis wo mir äs Wort derfür hei, wo aber nume ä Teil dervo erfasst: Friede.

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