FLUCHTGEDANKE. Die vorgschnittene Melonewürfel us dr Plastikverpackig unes Kafi, wo mittlerwile nümme als lauwarm sondern chalt düregeit, schrube sini Luune nid ufwärts. Die uf über 30 Grad Celsius gstigene Usse-Temperature vermittle ou nid würklech Summerfeeling ... vor allem desdwäge nid, will är imene abegchüelte Grossruumbüro sitzt. Aber wie wettis hie drin ou flouschig warm wärde, we aller wo hie schaffe ä Lätsch zieh oder nume uf Kommando grinse ... aber sälte lächle. Hie drin isches nume chalt aber nid cool. Äs schisst jede a hie ds Bügle, aber ändere tuet sälte öpper öpis. Är zögeret ou u isch im Alltags-Hamschterrad gfange wie die Meischte. Gad denn, woner wie scho so mengisch tagträumt, dass är ä Aruef vom Morpheus überchunt, wo ihn (wie im Film) us dr Matrix oder zmindscht us däm öde Alltag useholt, tschäderet exakt i däm Moment tatsächlech ds Telefon. Das scho fasch gfürchige Timing löst schlagartig Hüehnerhuut bi ihm us. Dämentsprächend närvös nimmt är ab u vergisst derbi sis Standardsprüchli: «Hallooo ...?» Ä heiseri Stimm am andere Ändi vor Leitig git gmüetlech Antwort: «Grüeeessech. Bini da bi Ei-Tii-Soluuschn? I ha äs Prooblem.» Är dänkt: «Ig ou!» ... aber seit: « ... guete Tag! Ja genau ... da chani euch sicher witerhälfe.»
NÖISTART. Sie lächlet. Chum sichtbar. Wie nä flüchtigi Brise a däm heisse Tag. Äs isch wit u breit niemer ume, wo das Lächle hetti gseh. Bevors scho gli mitem z’End geit, zeigt sech dr Summer mit wolkefreiem Himmel vo sire beschte Site. Sie nid. Sie het gar nümme Guets übrig i sich. Alles ufbruucht. Für anderi. Für ihn. Vor allem für ihn. Itz isch für sie sälber nümme übrig. Aber sie hets begriffe. Ändlech. Z’spät? Wahrschinlech scho. Aber fürne Nöiistart isches no immer früeh gnue. I dä meischte Kulture vo dr Wält gilt Füür als reinigendi Chraft. Äs Symbol fürne Neuafang. Därum lodere vor ihre ou meterhöchi Flamme. Eigentlech hätti sie uf d’Nacht sölle warte ... das hätti schöner usgseh. «... isch schön, wie nes Füür i dr Nacht, wie ne ...» Aber äs geit ja nid um d’Optik sondern ume Nutze. We ihre «Maa» hüt Abe hei chunt, würd är sech wundere u ner hoffentlech verzwifle. Är wird nämlech numeno ä leeri Wohnig mit paarne wenige Möbel – wo sie vermöblet het – vorfinde. Nüd anders als fair. Är het sie über d’Jahr zunere leere Hülle gmacht, zumene Schatte vo ihrem früechere Sälbscht. Als wär das nid scho gnue, het är sie weissnidwielangscho betroge. Ustuuscht. Därum verbrönnt sie alles wo a ihn u ihre gmeinsami Zit erinneret. We das Füür us all däm verdorbene Läbe Äsche het gmacht, isch sie ändlech frei ... u we nid, de bhüet ihn Gott ...
BLAUE DUNSCHT. D’Blätter hei sech verfärbt oder sy scho abgheit. Dr Herbscht isch plötzlech da gsi ohni das sech dr Summer richtig verabschiedet hätti. Dä het, wie die vordere Jahr ou scho, ä französische Abgang gmacht. Tja. Är stopft sech sini Pfiife u paffet gmüetlech vor sech häre. Är chönt ohni mängs sy, aber nid ohni sini Pfiife. Dr Rouch vom süessleche Tabak umhüllt ihn gschmeidig u fiin wienes liebesbedürftigs Büssi ... dä Duft kündiget sis Uftouche a, bevor är sälber überhoupt da isch ... u är erinneret no äs Wili a ihn, wener scho lang uf u dervo isch. Das gfallt ihm. Für ihn isch dr Herbscht vom Läbe ou irgendwie plötzlech da gsi. Aber är het i sim Läbe weiss Gott vieles uf d‘Bei gstellt. Mängs hei d‘Lüt mitübercho, anders nid. Aber äs isch ja ke Wettbewärb. Zmindscht für ihn nid. Är het gmacht waser het chöne u het sech nume vorem Schöpfer böigt. Das het nid allne passt. Är hets lang allne rächt gmacht, bis är het gmerkt, dases äbe nume rächt isch, wes für die Andere het gstumme. Denn, woner nadisna het gluegt, dases ou für ihn stimmt, isch sis Kreisli immer chliner worde. Är het dr Friede gfunde dermit. Sis Läbe het trotz herte u ynähmende Zite ou immer gnue liechti u unbeschwerti Momente gha ... ä gueti Balance zwüsche Sterchi u Süessi – gad so wie sy Tabak. Währendem sinniere heter realisiert, das är irgendwenn verdunschtet wie dä Rouch, wone dr gröscht Teil vo sim Läbe umhüllt het. «Wie blaue Dunscht ... das isch doch ä guete Abgang.», heter miteme Lächle vor sich häre brümmelet ... im Unwüsse, dases die letschti Pfiife wird sy, woner gnüsslech am fertig paffe isch gsi.
BLACKOUT. Träne hei schwarzi Spure uf ihrem Gsicht hinderlah. Ihri bärnsteifarbige Ouge umrahmt sie fasch immer – ou hüt – mit Smokey eyes. Sie hätti die verschmierete Backe scho lang chöne putze. Sie het die Bahne wo Träne zoge hei, bewusst la stah – Chriegsbemalig. Mit dä violett-blau gfärbte Haar, wo ihres konzentrierte Gsicht umrahme, würkt sie wie vomene andere Planet. So füehlt sie sech ou. Im schummrige Ruum wo nume vonere Lavalampe u äm Laptop, wo sie scho die halbi Nacht lang drane sitzt, belüchtet wird, ghört mä fasch nüd ... nume ds dumpfe Klappere vo dr Taschtatur. Die düschtere Rocksongs – dr Soundtrack vo däre Nacht – ghört nume sie. Dür d‘Chopfhörer abgschottet vor Ussewält, isch sie physisch zwar da aber glich wit wäg. Scho sit Stunde toucht sie dür die digitali Wält u tippet u tippet ... programmiert u schribt um. Die verschlüsslete, komplizierte Codes liest sie wie anderi Mensche äs Buech. Unterschetzt. Ignoriert. Ungseh. Unsichtbar isch sie scho ihres Läbe lang. Sie weis wie niemer, das gseh wärde nume zumene Bruchteil mit dä Ouge z‘tüe het. Egal wie bunt sie ihre Haar färbt, egal wie dunkel gschminkti Ouge das sie het ... sie blibt ä Schatte. Sie het sech mit dere Tatsach versöhnt u het sech die Umstend zum Vorteil gmacht. Die Dunkelheit isch aber ä langi Zit ä Feind gsi wo ihre meh gnoh het, als öpis gä. Irgendwenn het sie gmerkt, das mä ersch usem Fischtere findt, we mä komplett drinn versinkt ... Sie tippet u tippet witer. Scho gli isch sie am Ziel. Miteme Cyberagriff uf die kritischi Infrastruktur toucht sie i wenige Momente die ganzi Stadt i Dunkelheit. Blackout. U we d‘Liechter wieder agöh, gseh aller nume sie ...

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