Üses Läbe geit vorwärts. Mengisch verwilet mä chli lenger amene Ort ... imene Moment. Mengisch chunt mä fasch nid zur Rueh. Meischtens cha mä öpis derzue tue u mengisch nid. Ou we mir üs immer i dr Gägewart – im Hie u Itz – befinde, gumpet mä zwüschdüre ou i dä Zite hin u här. Zuekunft. Vergangeheit. U wieder zrügg. Im Hie u Itz zʼläbe, ghört zu dä Regle vom Achtsamkeitsprinzip. Das hilft uf vielne Äbene derbi, Stress zʼreduziere. DʼZuekunft zʼmanifeschtiere cha aber durchuus funktioniere ... Sportler sy äs guets Bispiel derfür. Füre Sieg mues mä sech ufem Podescht gseh, ou denn we mä sech no im Training veruusgabt. U i dr Vergangeheit ga wüehle, cha äbefalls hilfriich sy ... zum Bispiel bi dr Traumabewältigung. Bim Uchrut muesmä ou dʼWurzle sueche, süsch wucherets immer wieder.
Üses Läbe verlouft kreisförmig. Irgendwenn wiederholt sech alles wieder. Üser Läbenswäge überlagere sech immer wieder. Vielmals nähmemer das wahr u mengisch realisieremer das ou ersch später. Mir Mensche lehre nid zur gliche Zit öpis us däm wo üs passiert ... aber früecher oder speter heimer aller zʼgliche erläbt (meh oder weniger). Inere andere Form, miteme andere Ereignis, zunere andere Zit – aber dʼEssenz isch glich u ähnlech. Vielmals versuumt mäs, mitenand abzgliche, aber mä würdi stuune wievieli Parallele das entstöh. Gad äbe will die Erläbnis für jede Mensch zumene andere Zitpunkt passiere, fallts mengisch gad schwer gwüssi Entscheide chöne nachezvollzieh. Ersch we mä cha zrüggluege u i sech ineluege, entsteit Verständnis ... u we nid, hets meischtens anderi Gründ.
Üses Läbe isch wienes Mosaik. Die chline Steindli – Tessera – stöh für aller Momente ... für die erläbte sowie für die verpasste ... für die schöne sowie die weniger schöne u truurige ... für glücklechi u überschwenglechi Ougeblicke ... für Highlights u Stärnstunde ... aber ou für dʼFehler u falschi Entscheide. Näbscht dä farbige u glitzerige, het mä ufzmal ä Hampfele graui u schwarzi Steine, wo mä mues iz Bild yfüege. We mä dr Blick nume ufene Teil vom Mosaik richtet u nume vieli dunkli Steindli gseht, mues mä zrüggstah u ds grosse Ganze aluege ... ersch mitem Zämespiel vo Häll u Dunkel entsteit dʼTiefe. Ds Läbe. Ou we das Bild trotzdäm no ke Sinn ergit mues mä entwäder no witer zrügg oder nöime anders härestah. Äs Mosaik brucht Zit. U jedes erläbte Teili äs Bild la entstah, brucht Geduld.
Üses Läbe isch wunderschön. Jederzit. Sälbscht denn, we ä schöne Summertag, wo sech mit baby-blauem Himmel u Schäfliwolke useputzt, sech am Abe de doch no ines stattlechs Gwitter verwandlet. Blitze wo us düschtere Wolke dʼNacht erhälle u mit rumpligem Donnere dʼStille dürbräche, stöh i starchem Kontrascht zum flouschige Summertag. Die Gwittergwalt het ä herbi, wildi Schönheit. Sie cha beängschtigend sy wie vieles andere im Läbe. Sie isch aber genauso unuswichlech. Sie passiert. Wills eifach so isch. Da isch ke Kalkül derbi. Ke Absicht. Das sy eifach Chräft wo ufenander pralle u so dʼBalance vo üsere Wält im Gliichgwicht bhalte.
Mir sueche i allem immer öpis. Ä Antwort mueses gä uf alls. Wo ke Frag besteit, konschruiert mä eini. Ig sälber bine Grübler une Suecher. Ig trage viel vo däm wo mig atribt i mir us. Im Stille. Früecher meh. Hüt weniger. Aber geng no. U denn wenis use trage, gheieni dermit entwäder i offeni oder gschlosseni Härze. «Narratio argentea, Silentium vero aureum est». Das alte Sprichwort «Rede isch Silber, Schwüge isch Gold» isch wahr. Obwohl igs kenne, gheieni zwüschdüre mal immer wieder dri ... i wett itz dʼMedaillesammlig nid uswärte, aber wahrschinlech hanget dert meh Silber. Mengisch sött mä nid alles seziere. So im Sinne vo: « ... ig ha nume ds Filet wele – nid ‹Nose to Tail›». Aber ig ha für mig ä schöni Alternative gfunde, däne Wort wo use wei – oder sogar müesse – ä Kanal zʼgä: ds Schribe.
Üses Läbe isch mengisch äs Tohuwabohu. Mengisch steit mä da u gseht was passiert, begriifts aber nid. Mengisch isch mä im Flow u mengisch steit mä im Schilf. Gadeso geits mir itz gad bim schribe. Was isch dʼPointe? «Chum ufe Punkt.», ghöreni da sogar ä Stimm i mir chüschele. U gad will die Stimm da fräch öpis vorderet, hani ds Gfüehl, das ig das gad gar nid mues. Dä Tegscht het vilech tiefgründiger agfange, als daser ufhört. Vilech. Tja. Aber zrügg zu dr Mosaik-Metapher: mengisch leit mä äs Steindli häre, ohni zʼwüsse wele Teil im grosse Ganze dases wird sy. Vilech geits weniger drum immer zʼgseh was mä de da genau wo häreleit, sondern meh drum, das mä öpis häreleit. Äs cha ja ou mal simpel sy. Eifach sy. Eifach. Sy.
Äbe, vilech suecht mä zʼlang, grabt zʼtöif u grüblet zʼviel. Mä verlangt vo sich u dr Wält wahrschinlech ab u zue eifach «too much». We mä hützutags anere Ussag wott Gwicht verleihe, bout mä doch no chli englisch y ... oder? Just kidding. Item. Mengisch isch dr Sinn vo öpisem gar nid so verschachtlet sondern offesichtlech, u liegt uf dr Hand. Genauso wie dr legendär Modeschöpfer Karl Lagerfeld träffend uf dʼFrag vo dä Frage het gantwortet: «Der Sinn des Lebens ist das Leben».

Kommentar schreiben